Welche Sprache erzeugt diese Grammatik - Seite 2

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Tobias

Nein, nicht wenn das leere Wort schon in L drin ist.

Mache dir das klar:

[latex]\epsilon \in L \iff \epsilon \in L^+[/latex]

Beweis:

[latex] \Rightarrow [/latex]
Wegen [latex]\epsilon \in L[/latex] und [latex]L \subseteq L^+[/latex] gilt auch [latex]\epsilon \in L^+[/latex]

[latex] \Leftarrow [/latex]
Seien M und N zwei Sprachen, dann ist das leere Wort in MN nur dann, wenn es sowohl in M als auch in N ist.

Sei [latex]\epsilon \in L^+[/latex] also in mindestens einem [latex]L^i[/latex] für [latex]i \geq 1[/latex]. Für i=1 ist der Fall klar. Für i>1 gilt:
[latex]L^i = LL^{i-1}[/latex] und somit greift der Satz von oben.
 

 
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Asgard

Ist hier nicht ein Widerspruch?

Zitat:
Original von Tobias
[latex] \Leftarrow [/latex]
Seien M und N zwei Sprachen, dann ist das leere Wort in MN nur dann, wenn es sowohl in M als auch in N ist.

Sei [latex]\epsilon \in L^+[/latex] also in mindestens einem [latex]L^i[/latex] für [latex]i \geq 1[/latex]. Für i=1 ist der Fall klar. Für i>1 gilt:
[latex]L^i = LL^{i-1}[/latex] und somit greift der Satz von oben.


Auf der einen Seite ist [latex]\epsilon \in MN[/latex] wenn [latex]\epsilon \in M[/latex] und [latex]\epsilon \in N[/latex].

Auf der anderen Seite ist aber [latex]\epsilon \in L^{n}=LL^{n-1}[/latex], wenn [latex]\epsilon[/latex] in mindestens einem [latex]L^{i}[/latex] für n>0 ist. Somit könnte doch durchaus ein [latex]L^{i}~mit~\epsilon \not\in L^{i}[/latex] existieren.


Auch steht im Buch "Theoretische Informatik - kurzgefasst" von Uwe Schöning Folgendes:
Zitat:
Mit [latex]{\sum}^{+}[/latex] bezeichnen wir [latex]{\sum}^{*} - \{\epsilon\}[/latex]


EDIT: Wie menschlich das Versagen! Mein Fehler liegt darin, dass alles was ich meine, auf Alphabete bezogen ist und nicht auf Sprachen.
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Tobias

Das ist kein Widerspruch, denn ich sagte es muss in mindestens einem L^i drin sein. Das schließt nicht aus, dass es in allen L^i drin ist.

Ich nehme die Definition:

[latex]L^+ = L L^1 L^2 L^3 \ldots L^i \ldots[/latex]

Jetzt muss das leere Wort ja irgendwo hergekommen sein. Also laut erster naiver Annahme aus mindestens einer der Menge L^i. Das schließt weder aus, dass es in allen drin sein kann noch schließt es aus, dass es in einem L^j nicht drin ist.

Dann kommt das nächste Argument...
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Asgard

Ich verstehe nur Folgendes nicht so ganz:

Zitat:
Seien M und N zwei Sprachen, dann ist das leere Wort in MN nur dann, wenn es sowohl in M als auch in N ist.

Wenn nun also [latex]\epsilon \in L^{+}[/latex], so müsste dann doch auch [latex]\epsilon \in L^{i}[/latex] für jedes [latex]i \geq 1[/latex] gelten, da doch laut obiger Aussage das leere Wort in der Konkatenation zweier Sprachen liegt, wenn es in beiden Sprachen vorhanden ist. Wo ist hier mein Denkfehler?
 
 
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Tobias

Das ist kein Denkfehler, das ist richtig.

Nochmal mein Argument:

Wenn M und N beliebige Mengen sind, dann kann man sagen: [latex]x \in M \cup N \iff x \in M \vee x \in N[/latex]

Das erweitern wir auf [latex]L^+ = \bigcup_{n \geq 1} L^n[/latex].

[latex]x \in L^+ \iff x \in L^i \text{ fuer ein } i \geq 1[/latex]

Wo siehst du nun einen Widerspruch?
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Asgard

Jetzt sehe ich ihn nicht mehr, aber Du veränderst auch gerade Deine Aussagen Augenzwinkern

Zitat:

[latex]\epsilon \in L \iff \epsilon \in L^+[/latex]

...

[latex]x \in L^+ \iff x \in L^i \text{ fuer ein } i \geq 1[/latex]


Zitat:
Seien M und N zwei Sprachen, dann ist das leere Wort in MN nur dann, wenn es sowohl in M als auch in N ist.

...

Wenn M und N beliebige Mengen sind, dann kann man sagen: [latex]x \in M \cup N \iff x \in M \vee x \in N[/latex]


Jetzt bin ich verwirrt großes Grinsen

Doch so langsam kommt die Erleuchtung auf simplem Wege:
Aus [latex]L^{+} = L^{*}L[/latex] folgt ja eigentlich, dass [latex]\epsilon \in L^{+}[/latex], für den Fall, dass [latex]\epsilon \in L[/latex].
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Tobias

Ich glaube dich hat die Reihenfolge meines "Hilfssatzes" negativ beeinflusst. Augenzwinkern

Meine Argumentationskette ist eigentlich:

Voraussetzung: Leeres Wort ist in L^+

zu zeigen: Leeres Wort ist in L


1. Schritt: Es gibt es ein L^i, so dass leeres Wort in L^i ist
2.1 Schritt: Wenn i=1 ist alles gezeigt.
2.2 Schritt: Wenn i>1 ist leeres Wort in LL^(i-1). <-- hier meinen Satz über M und N anwenden
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Asgard

Jetzt ist das Licht endlich aufgegangen. Vielen Dank für Deine Geduld.
 
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